Generalversammlung 2019

Am 17. November 2019 fand im Gasthof am Schloß die Generalversammlung des Veteranen- und Kameradenvereins Windach-Hechenwang statt, zu der 47 Mitglieder erschienen sind.

Zuerst wurde mit einer Schweigeminute der fünf Mitglieder gedacht, die seit der letzten Generalversammlung verstorben sind (Alfons Heumos, Josef Bayr, Johann Mayr, Helena Pohl und Florian Winterholler).

Der Verein gedachte auch seiner vor 50, 25 und 10 Jahren verstorbenen Mitglieder. Es sind dies:

Vor 50 Jahren:
Johann Winterholler (Windach).

Vor 25 Jahren:
Xaver Bauer (Windach).

Vor 10 Jahren:
Max Kirchmann (Windach), Herbert Weindl (Windach), Schiko Bogdanovic (Windach), Johann Stoiber (Windach).

Anschließend überbrachte Bürgermeister Richard Michl die Grüße der Gemeinde bedankte sich bei den Mitgliedern des Veteranenvereins für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Es sei ein erfolgreiches Jahr mit zwei gelungenen großen Veranstaltungen in Steinebach und Hechenwang gewesen. Es freue ihn sehr, dass mit der Veteranen-Freizeit eine weitere Aktivität dazugekommen sei.

Herr Stagl unterrichtete die Mitglieder über die zahlreichen Aktivitäten des abgelaufenen Jahres:

  • 15 Besuche bei runden Geburtstagen
  • 4 Beerdigungen von Mitgliedern
  • Teilnahme am Fronleichnamsumzug
  • Teilnahme am Volkstrauertag in Windach und Hechenwang
  • Teilnahme der Fahnenabordnung an den Jubiläumsveranstaltungen in Steinebach und Hechenwang
  • 4 Vorstandssitzungen
  • Anfertigen einer Panoramatafel mit einer alten Ansicht von Ober- auf Unterwindach
  • Beschädigung der im letzten Jahr aufgestellten Panoramatafel durch einen Sturm
  • Jährliche Messe für die Verstorbenen im Rahmen des Gottesdienstes am Volkstrauertag
  • Jährlicher Beitrag an die Kriegsgräberfürsorge
  • Digitalisierung der Bayr-Filme durch Horst John
  • Film „Blickpunkt Sport” besorgt durch Astrid Uhr
  • Neuer Kommandant Andreas Graf
  • Erkundung der Verkaufsbereitschaft beim Eigentümer der alten Molkerei
  • Hinweis zu Mitgliedschaften (Ehrenmitgliedschaft ab 80 Jahre bei vorausgehender 10-jähriger Mitgliedschaft, weibliche Mitglieder, keine minderjährigen Mitglieder)
  • Vereinsausflug zusammen mit der Jagdgenossenschaft nach Blaubeuren und Zwiefalten
  • Verabschiedung von Wilfried Schmid als Organisator von 35 Vereinsausflügen und Vorstellung von Martin Schreyegg als neuen Organisator
  • Ankündigung eines geplanten Ausfluges in die Normandie und nach Paris durch Dietmar Schreyegg
  • D’Steinebacher G’schicht 1 zum Thema „400 Jahre Franziskuskapelle Steinebach“
    (geschätzt: 300 Besucher)
  • D’Hechenwanger G’schicht 3 zum Thema „300 Jahre Martinskirche Hechenwang“
    (geschätzt: 200 Besucher)
  • Geplant für 2020: D’Windacher G’schicht 12 zum Thema „75 Jahre Kommunalpolitik und –wahlen in Windach, Schöffelding und Hechenwang“
  • Veteranenstammtisch D’Windacher Film 1 mit dem Thema „Da Schuasta – Georg Beinhofer”
  • Veteranenstammtisch D’Windacher Film 2 mit dem Thema „Amtsübergabe Jakob Graf an Erwin Kropf”
  • Zehn Veteranenfreizeiten:
    • Rundwanderung um den großen Ostersee
    • Amperwanderung FFB – Schöngeising
    • Spaziergang um den Weissensee in der Nähe von Füssen
    • Radltour durchs Oberland Raisting Weilheim Paterzell
    • Mit dem Fahrrad von Windach nach Unterthingau im Allgäu
    • Morgenwanderung durchs Windacher Mösl und Pflaumdorfer Moos
    • Bergwanderung auf die Alpspitze bei Nesselwang
    • Radltour durch die Pfarreiengemeinschaft Teil I Oberwindach, Greifenberg, Beuern, Eching, Hechenwang – Halt bei 16 kirchlichen Denkmälern
    • Oktoberfest
    • Wanderung zum Wertachhängesteg bei Görisried
  • Schlossführung mit ca. 30 Ärzte-Studienkollegen von Michael Keil (Vorsitzender Isola Rizza-Verein) in Windach durch Gerhard Heininger
  • Treffen der Vorstandschaft mit Partnern in Eresing und Kirchenführung durch Jakob Resch
  • Besuch des Vereins Kulturlandschaften Ammersee-Lech in Windach; daraus ergab sich ein weiteres Projekt: Erfassung und Beschreibung aller Feldkreuze
  • Vortrag beim Historischen Verein in Landsberg durch Manfred Stagl und Gerhard Heininger zum Thema: Die Geschichte von Windach mit Geschichte des Schlosses und Geschichte der Fa. Popp
  • Unterstützeressen im Gasthof Saxenhammer
  • Teilnahme am Dorfvereineschießen (stärkster Verein und 1. Platz in der Wertung)
  • Unterstützung der Gemeinde beim Anschaffen einer neuen Lautsprecheranlage
  • 12 Artikel im Windacher
  • 7 Artikel im Landsberger Tagblatt
  • Schriften des Archivs Ausgabe 11 (Geschichte der Martinskirche in Hechenwang) und Ausgabe 12 (400 Jahre Franziskuskapelle in Steinebach) zusammen mit der Verwaltungsgemeinschaft Windach
  • Aktion Sterbebildersammlung

Anschließend berichtete er über die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster, der im Zweiten Weltkrieg über dem Ärmelkanal abgeschossen wurde.

Die Mitgliederentwicklung gestaltete sich wie folgt: 17 Eintritten standen fünf Todesfälle gegenüber. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt 179.

Kassier Reinhard Schreiber berichtet über die Einnahmen und Ausgaben des abgelaufenen Jahres. Anschließend wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Zum Schluss wurde fünf Migliedern als Dank und Anerkennung für langjährige verdienstvolle Mitgliedschaft im Veteranen- und Kameradenverein Windach-Hechenwang von Manfred Stagl die Ehrenmitgliedschaft verliehen und eine Ehrenurkunde überreicht.

Die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster

Abgeschossen über dem Ärmelkanal

Der November ist mit Allerheiligen und Allerseelen als kirchliche Tage des Gedenkens und dem Volkstrauertag als staatlichem Gedenktag ein Monat, in dem der Tod im Mittelpunkt steht.

Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Mit diesem Thema setzte sich auch der Veteranen- und Kameradenverein Windach-Hechenwang auseinander.

Daraus ergab sich die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster, die Vereinsvorstand Manfred Stagl unterstützt von Recherchen des Vereinsmitglieds und Gemeindearchivars Gerhard Heininger bei der Generalversammlung des Vereins vortrug:

Martin Forster wurde am 4. Juni 1906 in Frankfurt am Main als Sohn des Schriftstellers Georg Forster und seiner Ehefrau Berta, geb. Kriechbauer, geboren. Unmittelbar nach der Geburt trennte sich Berta Forster von ihrem Mann und zog mit Sohn Martin ins Elternhaus nach Dachau. Dort verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Schneiderin.

Martin Forster mit seiner Mutter.

Anfang 1908 zogen Mutter und Sohn – auf ein Zeitungsinserat hin – zu dem Privatier Franz Roming in Steinebach (Windach), damals noch Gemeinde Hechenwang. Sie führte ihm dort den Haushalt.

Im Jahr 1911 wurde Martin Forster in Hechenwang eingeschult. Später kam er nach Freising ins Internat und anschließend in das Lehrerseminar nach Weilach (Kreis Schrobenhausen). Nach Beendigung der Seminarschule erhielt er 1927 seine erste Lehrerstelle in Egling an der Paar. Im Jahr 1929 kam er aushilfsweise zurück an seine Heimatschule Hechenwang.

Martin Forster.

1932 trat er eine Stelle als 2. Lehrer in Weilach an, welche er bis zu seiner Einberufung in die Wehrmacht im Jahr 1939 innehatte. Er kam zur Luftwaffenaufklärung an den neu errichteten Luftwaffenstützpunkt Münster-Handorf. Dort wurde er eingesetzt zur Sicherung der deutschen Westgrenze. Von Mai bis Juni 1940 nahm er am Durchbruch zum Ärmelkanal und an der Schlacht in Flandern und in Artois teil.

Am 24. Juli 1940 kehrte er von einem Feindflug als Aufklärer im Ärmelkanal zwischen Brüssel und London nicht mehr zurück.

Berta Forster hoffte, dass sich ihr Sohn in englischer Gefangenschaft befand. Vergeblich versuchte sie, über das Oberkommando der Wehrmacht Auskunft über den Verbleib ihres Sohnes zu erhalten. Auch eine Vermisstensuche über das Internationale Rote Kreuz verlief ergebnislos.

Am 14. Februar 1941 wurde in Pforzheim Martin Piper geboren, der Sohn von Julia Pieper und dem vermissten Martin Forster. Da die Kindsmutter Medizin studierte und nebenbei als Rotkreuzschwester und Flakhelferin tätig war, gab sie den Sohn zur Großmutter Berta Forster nach Steinebach, die bis dahin von der Existenz ihres Enkels nichts wusste.

1942 wurde Martin Forster rückwirkend vom Feldwebel zum Leutnant befördert. Ein Jahr später erfolgte die nachträgliche Heirat von Julia Pieper mit dem vermissten Martin Forster und die Namensänderung für den Sohn. Zwei Staffelkameraden von Martin Forster waren Trauzeugen bei dieser “Kriegsheirat”. Sie gaben an, dass das Flugzeug von ihm am 24. Juli 1940 aus dem Verband abgeschossen wurde und im Kanal versank. Eine sofortige Nachsuche blieb erfolglos.

Sterbebild Martin Forster.

Im Jahr 1948 wurde Martin Forster offiziell für tot erklärt.

Veteranenfreizeit – Touren 9 bis 11

Tour 9 – Spaziergang über eine Wiese: Na halt: über ,die Wies‘n“

Da Oktoberfest war das Ziel. Bei herrlichem Wetter, strahlend blau-weißem Himmel fanden die Wies ‘n-Spaziergänger Platz sowohl in der Ochsenbraterei der Spatenbrauerei als auch später die einen auf der oiden Wies‘n, die anderen im Biergarten der Löwenbrauerei.

Geschichtsinfo: Es wurde bereits am Eingang an die Vorgänge des Oktoberfestattentates vom 26.9.1980, den politischen Auswirkungen und den polizeilichen Ermittlungen erinnert.

Später gab es Informationen darüber, daß Anton Braun, seit 1793 Gastwirt in Windach, mit einer in Bayern gezogenen schwarzen Stute am 17.10.1810 an einem Pferderennen anläßlich der Hochzeit von Kronprinz Ludwig I. Mit Therese von Sachsen-Hildburghausen (Namensgeberin der Theresienwiese) teilnahm. Auf dieses Pferderennen geht das heutige Oktoberfest zurück. Anton Braun aus Windach war dabei.

Veteranenfreizeit Tour 09:
Spaziergang über eine Wiese: Na halt: über ,die Wies‘n“.

Tour 10 – Wanderung zum Wertachhängesteg

Von der St. Ursula-Kapelle in Görisried aus umkreisten die Wanderer den Ortsteil Stadels und genossen die herrliche Aussicht von Wildberg in die Allgäuer Alpen. Der Weg führte dann hinunter zur Wertach, wo ein Bach in unzähligen Kaskaden über das Steilufer hinabrauscht. Über einen frei schwingen Hängesteg wurde schließlich der Fluß überquert.

Geschichtsinfo: Die Görisrieder Familien waren noch bis 1803 drei verschiedenen Pflegämtern zugeordnet. Das Sagen hatten das bischöfliche Hochstift Augsburg, das Kloster St. Mang in Füssen und der Abt des Klosters Kempten. Heute hat der Ort vor allem durch sein Rockfestival „go to Gö“ mit Liveauftritten überregionale Bekanntheit erlangt.

Veteranenfreizeit Tour 10:
Wanderung zum Wertachhängesteg.

Tour 11 – Besichtigung der Ulrichskapelle mit Klausnerwohnung

Trotz nicht allzu gutem Wetter trafen sich 13 Wanderer in Windachs Schloßpark, um zunächst Richtung St. Ottilien, dann über den Eresinger Riedhof zur Ulrichskapelle zu wandern. Dort warteten weitere 12 Interessierte, um den Erläuterungen von Jakob Resch zur Ulrichskapelle, zur Klausnerwohnung und zum Ulrichsbrunnen zu lauschen.

Geschichtsinfo: 1619 wurde die Kapelle von Franz von Füll zu Windach errichtet. Sie entwickelte sich zu einem richtigen Wallfahrtsort, so daß es notwendig war, auch einen Klausner zu haben, der sich um die Pilger kümmerte und auch von diesen lebte. So war die kleine Wohnung im Obergeschoß der Kapelle bis ins Jahr 1968 bewohnt. Wasser spendete die Ulrichsquelle, für die kleine Notdurft gab es ein Holzhäuschen etwa 40 m entfernt. Eine Schlafkammer, ein kleiner Herd in der Küche – das war‘s auch schon. Jakob Resch wußte auch von einer netten Geschichte: Von 1920 bis 1946 hatte eine Frau das Klausneramt inne. Als sie 1920 antrat, wußte aber niemand, daß sie eine „Lutherische“ war, also evangelisch. Damals war das noch nicht akzeptabel und so sollte sie entlassen werden. Sie wollte jedoch bleiben und setzte ihren Widersachern ein einfaches Ende: Na meinetwegen, dann werd ich halt katholisch, der Gott bleibt der gleiche. Übrigens: Für alle, die im alten Krankenhaus in Landsberg zur Welt kamen oder dort auch noch getauft wurden – die Einrichtung aus der ehemaligen Krankenhauskapelle ist heute die Bestuhlung in der Eresinger Ulrichskapelle.

Veteranenfreizeit Tour 11:
Besichtigung der Ulrichskapelle mit Klausnerwohnung.
Veteranenfreizeit Tour 11:
Besichtigung der Ulrichskapelle mit Klausnerwohnung.