Veteranenfreizeit – Touren 12 bis 14

Tour 12 – Windachs Pfade und alten Fußwege – eine Zick-Zack-Wanderung durch unser Dorf

Immerhin 9,3 km mussten auf Windacher Fußwegen und Pfaden bewältigt werden. Beginnend im Schlosspark ging es zunächst Richtung Nordosten. Vorbei an Maria am Wege führte der Weg bis hinunter zu Klostermühle. Das Altersheim, das Sportgelände, Uhlberg, die Obere Mühle und der Wertstoffhof waren weitere Stationen. Etwas mühsam wurde es bei der oberen Mühlbachschleife, bevor es über den neuen Friedhof ins Schloß zurückging.

Geschichtsinfo: Hier wurden insbesondere Pfade und Fußwege dargestellt, die in früheren Jahrzehnten Windach durchkreuzt und für kurze Wege gesorgt haben, die aber heute nicht mehr begehbar sind.

Veteranenfreizeit Tour 12:
Windachs Pfade und alten Fußwege – eine Zick-Zack-Wanderung durch unser Dorf.

Tour 13 – Münchener Altstadtspaziergang

Vom Karlsplatz aus geleitete uns unser Routenpate Konrad Zechmann zur Jesuitenkirche St. Michael, durchs Augustiner Stammhaus, vorbei am Deutschen Jagd- und Fischereimuseum, in den Münchner Dom, hinauf aufs Neue Rathaus, zur Peterskirche über den Viktualienmarkt zum Restaurant Sedlmayr und zur Einkehr im Rathauskeller.

Geschichtsinfo: Beeindruckend war die Grablege des Hauses Wittelsbach in der Kirche St. Michael.  Neben Wilhelm V. Herzog von Bayern (1548-1626), dem letzten König von Bayern Otto I. (1848-1916) sowie 33 weiteren Herzögen, Grafen, Prinzessinnen und Prinzen ist dort auch der bayerische König Ludwig II. von Bayern (1845-1886) beigesetzt.

Veteranenfreizeit Tour 13:
Münchener Altstadtspaziergang.

Tour 14 – Wanderung zur und Betriebsbesichtigung bei der Firma Fichtl

Vom Wertstoffhof aus führte die Wanderung über den Riedhof Richtung Dürrhansl, dann aber links vorbei an den Weihern direkt zur Albrecht’schen Schnäpschentheke in Steinebach. Von dort ging  der Weg weiter über Landwirtschaftswege nach Hechenwang zur Firma Fichtl, wo der Seniorchef schon wartete und eine sehr interessante, kurzweilige Betriebsführung mit den Gästen unternahm.

Geschichtsinfo: 1968 übernahm Erwin Fichtl mit seiner Frau Burgi seinen ehemaligen Lehrbetrieb, die Firma Thalhofer in Schondorf. Der erste Großauftrag war die ausgebrannte Stegener Schiffswerft. Ab 1974 brach das Blockhausfieber aus und Fichtl baute 1978 die erste Halle in Hechenwang. 1987 erfolgte der erste Hausbau in Holzrahmenbauweise. Bereits ab 1992 ist nun Stefan Fichtl im elterlichen Betrieb tätig und leitet seit Jahren das Unternehmen unterstützt von seiner Ehefrau Claudia, einer Architektin.

Veteranenfreizeit Tour 14:
Wanderung zur und Betriebsbesichtigung bei der Firma Fichtl.

Generalversammlung 2019

Am 17. November 2019 fand im Gasthof am Schloß die Generalversammlung des Veteranen- und Kameradenvereins Windach-Hechenwang statt, zu der 47 Mitglieder erschienen sind.

Zuerst wurde mit einer Schweigeminute der fünf Mitglieder gedacht, die seit der letzten Generalversammlung verstorben sind (Alfons Heumos, Josef Bayr, Johann Mayr, Helena Pohl und Florian Winterholler).

Der Verein gedachte auch seiner vor 50, 25 und 10 Jahren verstorbenen Mitglieder. Es sind dies:

Vor 50 Jahren:
Johann Winterholler (Windach).

Vor 25 Jahren:
Xaver Bauer (Windach).

Vor 10 Jahren:
Max Kirchmann (Windach), Herbert Weindl (Windach), Schiko Bogdanovic (Windach), Johann Stoiber (Windach).

Anschließend überbrachte Bürgermeister Richard Michl die Grüße der Gemeinde bedankte sich bei den Mitgliedern des Veteranenvereins für die geleistete Arbeit im vergangenen Jahr. Es sei ein erfolgreiches Jahr mit zwei gelungenen großen Veranstaltungen in Steinebach und Hechenwang gewesen. Es freue ihn sehr, dass mit der Veteranen-Freizeit eine weitere Aktivität dazugekommen sei.

Herr Stagl unterrichtete die Mitglieder über die zahlreichen Aktivitäten des abgelaufenen Jahres:

  • 15 Besuche bei runden Geburtstagen
  • 4 Beerdigungen von Mitgliedern
  • Teilnahme am Fronleichnamsumzug
  • Teilnahme am Volkstrauertag in Windach und Hechenwang
  • Teilnahme der Fahnenabordnung an den Jubiläumsveranstaltungen in Steinebach und Hechenwang
  • 4 Vorstandssitzungen
  • Anfertigen einer Panoramatafel mit einer alten Ansicht von Ober- auf Unterwindach
  • Beschädigung der im letzten Jahr aufgestellten Panoramatafel durch einen Sturm
  • Jährliche Messe für die Verstorbenen im Rahmen des Gottesdienstes am Volkstrauertag
  • Jährlicher Beitrag an die Kriegsgräberfürsorge
  • Digitalisierung der Bayr-Filme durch Horst John
  • Film „Blickpunkt Sport” besorgt durch Astrid Uhr
  • Neuer Kommandant Andreas Graf
  • Erkundung der Verkaufsbereitschaft beim Eigentümer der alten Molkerei
  • Hinweis zu Mitgliedschaften (Ehrenmitgliedschaft ab 80 Jahre bei vorausgehender 10-jähriger Mitgliedschaft, weibliche Mitglieder, keine minderjährigen Mitglieder)
  • Vereinsausflug zusammen mit der Jagdgenossenschaft nach Blaubeuren und Zwiefalten
  • Verabschiedung von Wilfried Schmid als Organisator von 35 Vereinsausflügen und Vorstellung von Martin Schreyegg als neuen Organisator
  • Ankündigung eines geplanten Ausfluges in die Normandie und nach Paris durch Dietmar Schreyegg
  • D’Steinebacher G’schicht 1 zum Thema „400 Jahre Franziskuskapelle Steinebach“
    (geschätzt: 300 Besucher)
  • D’Hechenwanger G’schicht 3 zum Thema „300 Jahre Martinskirche Hechenwang“
    (geschätzt: 200 Besucher)
  • Geplant für 2020: D’Windacher G’schicht 12 zum Thema „75 Jahre Kommunalpolitik und –wahlen in Windach, Schöffelding und Hechenwang“
  • Veteranenstammtisch D’Windacher Film 1 mit dem Thema „Da Schuasta – Georg Beinhofer”
  • Veteranenstammtisch D’Windacher Film 2 mit dem Thema „Amtsübergabe Jakob Graf an Erwin Kropf”
  • Zehn Veteranenfreizeiten:
    • Rundwanderung um den großen Ostersee
    • Amperwanderung FFB – Schöngeising
    • Spaziergang um den Weissensee in der Nähe von Füssen
    • Radltour durchs Oberland Raisting Weilheim Paterzell
    • Mit dem Fahrrad von Windach nach Unterthingau im Allgäu
    • Morgenwanderung durchs Windacher Mösl und Pflaumdorfer Moos
    • Bergwanderung auf die Alpspitze bei Nesselwang
    • Radltour durch die Pfarreiengemeinschaft Teil I Oberwindach, Greifenberg, Beuern, Eching, Hechenwang – Halt bei 16 kirchlichen Denkmälern
    • Oktoberfest
    • Wanderung zum Wertachhängesteg bei Görisried
  • Schlossführung mit ca. 30 Ärzte-Studienkollegen von Michael Keil (Vorsitzender Isola Rizza-Verein) in Windach durch Gerhard Heininger
  • Treffen der Vorstandschaft mit Partnern in Eresing und Kirchenführung durch Jakob Resch
  • Besuch des Vereins Kulturlandschaften Ammersee-Lech in Windach; daraus ergab sich ein weiteres Projekt: Erfassung und Beschreibung aller Feldkreuze
  • Vortrag beim Historischen Verein in Landsberg durch Manfred Stagl und Gerhard Heininger zum Thema: Die Geschichte von Windach mit Geschichte des Schlosses und Geschichte der Fa. Popp
  • Unterstützeressen im Gasthof Saxenhammer
  • Teilnahme am Dorfvereineschießen (stärkster Verein und 1. Platz in der Wertung)
  • Unterstützung der Gemeinde beim Anschaffen einer neuen Lautsprecheranlage
  • 12 Artikel im Windacher
  • 7 Artikel im Landsberger Tagblatt
  • Schriften des Archivs Ausgabe 11 (Geschichte der Martinskirche in Hechenwang) und Ausgabe 12 (400 Jahre Franziskuskapelle in Steinebach) zusammen mit der Verwaltungsgemeinschaft Windach
  • Aktion Sterbebildersammlung

Anschließend berichtete er über die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster, der im Zweiten Weltkrieg über dem Ärmelkanal abgeschossen wurde.

Die Mitgliederentwicklung gestaltete sich wie folgt: 17 Eintritten standen fünf Todesfälle gegenüber. Die aktuelle Mitgliederzahl beträgt 179.

Kassier Reinhard Schreiber berichtet über die Einnahmen und Ausgaben des abgelaufenen Jahres. Anschließend wurde die Vorstandschaft einstimmig entlastet.

Zum Schluss wurde fünf Migliedern als Dank und Anerkennung für langjährige verdienstvolle Mitgliedschaft im Veteranen- und Kameradenverein Windach-Hechenwang von Manfred Stagl die Ehrenmitgliedschaft verliehen und eine Ehrenurkunde überreicht.

Die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster

Abgeschossen über dem Ärmelkanal

Der November ist mit Allerheiligen und Allerseelen als kirchliche Tage des Gedenkens und dem Volkstrauertag als staatlichem Gedenktag ein Monat, in dem der Tod im Mittelpunkt steht.

Vor 80 Jahren begann der Zweite Weltkrieg. Mit diesem Thema setzte sich auch der Veteranen- und Kameradenverein Windach-Hechenwang auseinander.

Daraus ergab sich die Geschichte des Steinebacher Lehrers Martin Forster, die Vereinsvorstand Manfred Stagl unterstützt von Recherchen des Vereinsmitglieds und Gemeindearchivars Gerhard Heininger bei der Generalversammlung des Vereins vortrug:

Martin Forster wurde am 4. Juni 1906 in Frankfurt am Main als Sohn des Schriftstellers Georg Forster und seiner Ehefrau Berta, geb. Kriechbauer, geboren. Unmittelbar nach der Geburt trennte sich Berta Forster von ihrem Mann und zog mit Sohn Martin ins Elternhaus nach Dachau. Dort verdiente sie ihren Lebensunterhalt als Schneiderin.

Martin Forster mit seiner Mutter.

Anfang 1908 zogen Mutter und Sohn – auf ein Zeitungsinserat hin – zu dem Privatier Franz Roming in Steinebach (Windach), damals noch Gemeinde Hechenwang. Sie führte ihm dort den Haushalt.

Im Jahr 1911 wurde Martin Forster in Hechenwang eingeschult. Später kam er nach Freising ins Internat und anschließend in das Lehrerseminar nach Weilach (Kreis Schrobenhausen). Nach Beendigung der Seminarschule erhielt er 1927 seine erste Lehrerstelle in Egling an der Paar. Im Jahr 1929 kam er aushilfsweise zurück an seine Heimatschule Hechenwang.

Martin Forster.

1932 trat er eine Stelle als 2. Lehrer in Weilach an, welche er bis zu seiner Einberufung in die Wehrmacht im Jahr 1939 innehatte. Er kam zur Luftwaffenaufklärung an den neu errichteten Luftwaffenstützpunkt Münster-Handorf. Dort wurde er eingesetzt zur Sicherung der deutschen Westgrenze. Von Mai bis Juni 1940 nahm er am Durchbruch zum Ärmelkanal und an der Schlacht in Flandern und in Artois teil.

Am 24. Juli 1940 kehrte er von einem Feindflug als Aufklärer im Ärmelkanal zwischen Brüssel und London nicht mehr zurück.

Berta Forster hoffte, dass sich ihr Sohn in englischer Gefangenschaft befand. Vergeblich versuchte sie, über das Oberkommando der Wehrmacht Auskunft über den Verbleib ihres Sohnes zu erhalten. Auch eine Vermisstensuche über das Internationale Rote Kreuz verlief ergebnislos.

Am 14. Februar 1941 wurde in Pforzheim Martin Piper geboren, der Sohn von Julia Pieper und dem vermissten Martin Forster. Da die Kindsmutter Medizin studierte und nebenbei als Rotkreuzschwester und Flakhelferin tätig war, gab sie den Sohn zur Großmutter Berta Forster nach Steinebach, die bis dahin von der Existenz ihres Enkels nichts wusste.

1942 wurde Martin Forster rückwirkend vom Feldwebel zum Leutnant befördert. Ein Jahr später erfolgte die nachträgliche Heirat von Julia Pieper mit dem vermissten Martin Forster und die Namensänderung für den Sohn. Zwei Staffelkameraden von Martin Forster waren Trauzeugen bei dieser “Kriegsheirat”. Sie gaben an, dass das Flugzeug von ihm am 24. Juli 1940 aus dem Verband abgeschossen wurde und im Kanal versank. Eine sofortige Nachsuche blieb erfolglos.

Sterbebild Martin Forster.

Im Jahr 1948 wurde Martin Forster offiziell für tot erklärt.