Veteranenfreizeit – Tour 8

Die Vorstandschaft des Veteranen- und Kameradenvereins Windach-Hechenwang hat im April diesen Jahres beschlossen, für interessierte Mitglieder Wanderungen, Kurzausflüge, leichte Berg- oder Radltouren zu organisieren. Und um unsere Heimat noch etwas näher kennenzulernen, gibt es auch immer einige Kurzinformationen zur jeweiligen Heimatgeschichte der Ausflugsziele.

Folgende Veteranenfreizeit hat im September stattgefunden:

Nr. 8 – Radltour durch die Pfarreiengemeinschaft Teil I

Seit 1. September 2019 gibt es die neue Pfarreiengemeinschaft, die die Gemeinden Eching, Finning, Greifenberg und Windach umfasst: ein großes Gebiet mit vielen kirchlichen Denkmälern. Diese kennenzulernen und um sich hier einen kleinen Überblick zu verschaffen und das ganze etwas sportlich anzugehen, dazu diente die Radltour. In einem ersten Teil wurde an folgenden religiösen Denkmälern Halt gemacht:

Kirche St. Vitus in Oberwindach

Erstmalig erwähnt im Jahre 1170 wurde sie im Jahre 1631 vom Kloster Dießen neu errichtet. Der Hl. Vitus, einer der 14 Nothelfer, war ein Märtyrer, der zunächst den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurde und weil diese ihm nichts taten, in ein Fass mit siedend heißem Öl (so auch das Altarbild) gesteckt wurde.

Kirche St. Vitus in Oberwindach

Klostermühlkapelle in Unterwindach

An sie erinnert nur noch ein Spitzturm auf dem Wohnhaus, in dem sich seit 1923 eine kleine Kapelle für bis zu 7 Mönche befand. Früher fand sich dort sonntagsfrüh um 6:30 Uhr auch die Ortsbevölkerung zur Feier der Morgenmesse ein.

Klostermühlkapelle in Unterwindach

Fatimakapelle in Unterwindach

Alois Götzfried errichtete 1965 diese Kapelle aus Dankbarkeit dafür, dass er relativ gesund aus der Kriegsgefangenschaft zurückgekehrt ist. Bei dieser Kapelle werden noch Maiandachten abgehalten.

Fatimakapelle in Unterwindach

Mühlbauer-Gedenkstein Greifenberg

Der Gedenkstein erinnert an einen schweren Unfall am 10. August 1992, als vier Geschwister (Maria, Pater Norbert, Elisabeth und Anna Mühlbauer) bei ihrer Rückkehr von einer Romfahrt kurz vor dem Ziel in St. Ottilien ums Leben kamen.

Mühlbauer-Gedenkstein Greifenberg

Kapelle der Hl. Maria und Elisabeth in Greifenberg

Im Wohngebiet von Greifenberg (Karwendelstraße) kommt man an einer (von Alfred Sunder-Plassmann) privat errichteten modernen, offenen Kapelle vorbei. Die Darstellung der beiden Frauen Maria und Elisabeth wurde von Franz Hämmerle geschaffen.

Kapelle der Hl. Maria und Elisabeth in Greifenberg

Kirche Maria Immaculata in Greifenberg

1958/1959 wurde die moderne Greifenberger Kirche geschaffen, die schon einige Elemente des späteren Konzils zur Öffnung der Kirche vorwegnahm: Altar als Tisch der Gemeinde, statt Kanzel ein Ambo, der Tabernakel an einem eigenen Platz. Erst seit 1968 ist sie jedoch die eigentliche Pfarrkirche von Greifenberg.

Kirche Maria Immaculata in Greifenberg

Schlosskapelle Greifenberg

Bis 1959 wurde hier die Hl. Messe in Greifenberg abgehalten. Sie war jedoch zu klein und außerdem immer in privater Hand.

Kapelle unseres Herren Ruh in Greifenberg

Sehr versteckt liegt die im Jahre 1695 von der damaligen Wirtsfamilie Ziegler errichtete Kapelle. Sie enthält eine von Lorenz Luidl (1645-1719) geschaffene Betrachtung des leidenden und ruhenden Heilands.

Kapelle unseres Herren Ruh in Greifenberg

Kirche St. Michael Beuern

Bis 1968 war diese Kirche die Hauptkirche der Gesamtgemeinde Greifenberg. 1725 wurde sie neu von Joseph Schmuzer anstelle des gotischen Vorgängerbaus, an den noch der Turm erinnert, errichtet.

Kirche St. Michael Beuern

Hofkapelle Painhofen

Eine ortsansässige Nachbarin erzählte, dass die Hofkapelle im Jahr 1902 errichtet worden sein, wohl aus Dankbarkeit dafür, dass eine schwere Krankheit überwunden wurde. Ob es tatsächlich so war, ist allerdings nicht bekannt.

Hofkapelle Painhofen

Kirche St. Peter und Paul Eching

Weil die Vorgängerkirche im Zuge der spanischen Erbfolgekriege (1701 bis 1714) zerstört worden sei, kam es 1766 zu einer Neuerrichtung. Die Kirche ist ein sehenswerter, herrlich geschaffener barocker Saalbau.

Kirche St. Peter und Paul Eching

St. Sebastian Kapelle in Eching

Neben der heute noch stehenden Pestsäule wurde 1650 aufgrund eines Gelöbnisses der Echinger Bürger die Kapelle errichtet. Der heilige Sebastian sollte die Gemeinde fortan vor der Pest beschützen, der kurz zuvor noch 20 Echinger (etwas mehr als ein Zehntel der damaligen Ortsbevölkerung) zum Opfer fiel.

St. Sebastian Kapelle in Eching

Kapelle St. Niklas in Eching

Die Kapelle war um 1500 am Kaag (heutiger Kaaganger Richtung Schondorf) errichtet worden. Während der Pestjahre (1628 bis 1638) im 30-jährigen Krieg sollen dort 330 Pesttote aus der ganzen Umgebung beigesetzt worden sein. 1813 wurde sie abgerissen, weil „Streuner“ immer wieder Gegenstände gestohlen hätten.

St. Anna Kirche Oberschondorf

Auch hier führte die Radltour vorbei. Die Kirche gehört zwar nicht zur heutigen Pfarreiengemeinschaft, aber sie ist historisch wichtig für unsere Gemeinde Windach. Denn während Hechenwang und Unterwindach schon immer zur Pfarrei Eresing gehörten, waren Oberwindach, Steinebach und Dürrhansl Teile der Pfarrei Oberschondorf. Erst 1886 wurden alle Ortsteile nun zu einer neuen Pfarrei unter dem ersten Pfarrer Narziß Bader zusammengeführt.

Kirche St. Martin in Hechenwang

Erst vor kurzen wurde in Hechenwang das 300-jährige Bestehen der Kirche des Hl. Martin gefeiert. Details hierzu sind in der „Schriften des Archivs der Verwaltungsgemeinschaft“ Ausgabe 11 nachzulesen. Nach einem Großbrand in Hechenwang wurde die damalige Doppelzwiebel des Kirchturms durch einen Spitzturm ersetzt. Erst seit 1974 wurde die heutige Doppelzwiebel des Kirchturms wieder aufgebaut.

Kirche St. Martin in Hechenwang

Menzingerkapelle in Hechenwang

Beim Sägewerk an der Straße von Hechenwang nach Steinebach hatte ein früherer Besitzer eine Kapelle errichtet. Im Jahre 1937 gab es jedoch hohe Auflagen zur Stabilisierung der Bausubstanz. Da die Kosten zu hoch erschienen, wurde die Kapelle im Jahr darauf abgerissen. 

In einer zweiten Radltour durch die Pfarreiengemeinschaft sollen dann die kirchlichen Denkmäler der Gemeinden Entraching, Finning und Schöffelding besichtigt werden.

Die Veteranenfreizeiten werden mit den Details zur Streckenlänge oder -dauer sowie sonstigen Informationen zu Einkehrmöglichkeiten usw.  mit einem Vorlauf von ca. vier bis fünf Tagen per E-Mail an die Mitglieder bekanntgegeben. Um die Anreise zu den jeweiligen Treffpunkten kümmern sich die Mitglieder selbst.

Historischer Verein Landsberg am Lech e.V.

Im Jahre 1558 erwarb der Augsburger Carl Wolfgang Rehlinger die Hofmark Windach. Zehn Jahre später erbaute er das Schloss in Unterwindach. Bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts hinein war es der Sitz der Hofmarksherren. Seit 40 Jahren beherbergt es nunmehr das Rathaus mitsamt Bürgerbüro. Das Schloss und seine interessante Geschichte standen im Mittelpunkt dieses Vortrags.

D_Windacher_Gschicht_09_G_07

Durch seinen Besitzer, der von 1930 bis in die 1970er Jahre dort lebte, wurde das Schloss mit seinen landwirtschaftlichen Gebäuden zum wichtigsten Arbeitgeber Windachs. August Popp sollte als Sohn eines Gastwirts eigentlich Metzger werden. Jedoch verlor er durch einen Arbeitsunfall zu Beginn seiner Ausbildung vier Finger der linken Hand. Diesem unglücklichen Umstand verdankte er jedoch seinen beruflichen Erfolg: er wurde vom Metzgerlehrling zum Omnibusfabrikanten.

D_Windacher_Gschicht_08_G_01

Der Historische Verein und die Vortragenden konnten circa 40 Zuhörer begrüßen.

D’Windacher Film 2

Amtsübergabe Jakob Graf – Erwin Kropf

Im März 1984 wurde Erwin Kropf zum Bürgermeister von Windach gewählt. Der bisherige Amtsinhaber Jakob Graf schied aus Altersgründen aus.
Die Amtsübergabe und die Ehrung des ausgeschiedenen Bürgermeisters stand im Mittelpunkt der zweiten Folge aus der Reihe „D’Windacher Film“, die der Veteranen- und Kameradenverein Windach-Hechenwang kürzlich im Gasthof am Schloß in Windach veranstaltete.
Josef Bayr, der 2018 verstorbene Hobbyfilmer, hielt diese beiden Ereignisse mit der Kamera fest.

Das Foto zeigt ehemalige Gemeinderäte (GR) und Bürgermeister (BM) und Vertreter des Veteranenvereins. Von links: Gerhard Heininger (Archivar), Josef Baudrexl (GR), Heinrich Beinhofer (GR), Max Kirchmann (GR), Erwin Kropf (BM), Remigius Leimer (GR), Walter Graf (BM), Horst John (Digitalisierung), Manfred Stagl (Referent).

Der Vereinsvorsitzende Manfred Stagl konnte unter den über 40 Gästen auch einige aktive und ehemalige Gemeinderäte sowie die beiden Altbürgermeister Erwin Kropf und Walter Graf begrüßen. Der anschließende Film wurde von ihm vor jeder Szene erläutert und mit Hintergrundinformationen angereichert.
In der ersten konstituierenden Sitzung des neuen Gemeinderates im Sitzungssaal des Rathauses im Schloss von Windach fand die Amtsübergabe von Bürgermeister Jakob Graf an den neuen Bürgermeister Erwin Kropf statt. Der bisherige Bürgermeister übergab die Amtskette an den neuen Bürgermeister.
Es folgte die Vereidigung des neuen Bürgermeisters, die von Michael Weigl vorgenommen wurde. Er gehörte damals dem Gemeinderat am längsten an.
Michael Weigl sprach die einzelnen Sätze der Eidesformel vor und Bürgermeister Erwin Kropf sprach sie nach.
Anschließend wurde der Gemeinderat vom neuen Bürgermeister vereidigt. Ihm gehörten an:
Georg Freisleder, Heinrich Beinhofer, Max Kirchmann, Michael Weigl, Erich Bauer (alle Dorfgemeinschaft Windach), Wilfried Schmid, Walter Graf, Ernst Glück (alle CSU), Josef Baudrexl, Alfred Tixel (beide Freie Wählergemeinschaft Schöffelding), Remigius Leimer, Georg Beinhofer (beide Freie Wähler Windach), Jörg Roth (SPD) und Leonhard Kracher (Wählergemeinschaft Hechenwang).
Im zweiten Filmteil ging es um die Verabschiedung von Bürgermeister Jakob Graf im Saal des Gasthofes Goldener Stern am 25. Mai 1984.
Bürgermeister Erwin Kropf übernahm das Wort und ging auf die Amtszeit von Jakob Graf ein:
Im Jahre 1968 sei er maßgeblich am Bau des Schul- und Kirchenzentrums beteiligt gewesen, ebenso zwischen 1971 und 1975 an der Kanalisation in Windach. Der Neubau der Klinik (1975), die Gründung der Verwaltungsgemeinschaft oder der Kauf des Schlosses mit Umbau in Rathaus und Verwaltungssitz seien weitere Meilensteine in seiner Amtszeit gewesen.
Jakob Graf war seit 1952 Mitglied des Gemeinderats und seit 1966 Bürgermeister der Gemeinde Windach. Im Jahr 1982 erhielt er vom Freistaat Bayern die Staatsmedaille für kommunalpolitische Arbeit.
Im Anschluss daran ehrte Erwin Kropf den bisherigen zweiten Bürgermeister Max Kirchmann. Dieser übte das Amt des zweiten Bürgermeisters während der gesamten Amtszeit von Jakob Graf, also ebenfalls 18 Jahre lang aus. Zuvor gehörte er dem Gemeinderat bereits seit 1956 an.
Es folgten kurze Ansprachen von Behörden- und Vereinsvertretern, bevor der Film mit einer Rede des verspätet eingetroffenen (Ex-)Landrats Bernhard Müller-Hahl zu Ende ging.
Aufgrund der durchwegs positiven Resonanz der bisherigen zwei Veranstaltungen aus der Reihe “D’Windacher Film” wird es auch im nächsten Jahr Filmvorführungen dieser Art geben.
Ein besonderer Dank gebührt Horst John, der die Filme von Josef Bayr auf heutige Medien überspielt und so für die Zukunft erhält.