Veteranenfreizeit – Touren 31 bis 36

Veteranenfreizeit Nr. 31 – Kultur – „Skulpturen in der Ritterhochburg“

Franz Hämmerle, der Bildhauer aus Mitterwindach, war selbst dabei. Somit konnte er selbst einige Einblicke zu den von ihm geschaffenen Kunstwerken geben. Seine Werke sind beeinflusst von Musik und Theologie, aber auch von politischen Botschaften, die er senden möchte. „Liebesharfe“, „Blauer Reiter“, „Sturz des Saulus“, „Aufbrechen und Anrufen“ oder „Macht ohne zu dienen ist Gewalt“ – so lauten die Skulpturentitel.

Geschichtsinfo: Die „Minne“, die bei der Skulptur „Liebesharfe“ erwähnt wird, ist ein Begriff, der oft als mittelalterliche Bezeichnung für „Liebe“ verwendet wird, aber doch darüber hinausgeht. Er umfasst die gegenseitige gesellschaftliche Verpflichtung, die Solidarität mit und das Umsorgen von anderen Menschen, einfach das freundliche und positive Denken und Handeln am Mitmenschen … und das ist dann Liebe.

Veteranenfreizeit Tour 31:
Skulpturen in der Ritterhochburg

Veteranenfreizeit Nr. 32 – „Lechhansl-Runde“ – Wandern

Vom Eichensee (Oachalacha) bei Stadl gings bei starkem Wind zum Ortsteil Vilgertshofen. Durch den Wald führte die Wanderung auf die Lechhöhe, dann Richtung Norden nach Mundraching. Kurz vor dem Ort führte der Weg Richtung Stadl und nach einer Einkehr im dortigen Kulturcafé zurück zum Eichensee.

Geschichtsinfo: Der „Lechhansl“ war der im Jahre 1717 als Ältester von fünf Kindern eines Müllerehepaares in Lechmühlen (Gemeinde Seestall, heute Fuchstal) geborene Johann Baptist Baader. Er machte eine Kirchenmalerausbildung und erlernte in Italien die neapolitanische Deckenmalerei. In vielen Kirchen (auch in der Wallfahrtskirche in Vilgertshofen) des oberbayerischen Pfaffenwinkel finden sich die Kunstwerke des bayerischen Rokokos des 1780 in Schlehdorf verstorbenen Johann Baptist Baader.

Veteranenfreizeit Tour 32:
„Lechhansl-Runde“ – Wandern

Veteranenfreizeit Nr. 33 – „Das Merowinger Feld“ – Kommunaler Spaziergang

Vom Wertstoffhof in Oberwindach führte der Weg zunächst nach Neugreifenberg, wo Hildegard Schmelcher die Flurgrenzen zwischen Windach und Greifenberg erläuterte. Auf dem Weg neben der Autobahn zurück kamen wir zum Merowinger Weg, wo derzeit zwei aneinander anschließende gemeindliche Mehrfamilienhäuser gebaut werden und aufgrund diverser Förderungen günstiger Wohnraum entstehen soll.

Geschichtsinfo: Die Namensgeber, die Merowinger, waren das älteste bekannte Königsgeschlecht der Franken (Frankreich, Westdeutschland, Bayern) und herrschten von der Spätantike (ca. 450 n. Chr.) bis zum frühen Mittelalter (ca. 750 n. Chr.). In Windach wurden vor 100 Jahren in einer Kiesgrube in der Nähe zwar Knochen gefunden. Ob diese jedoch aus dieser Zeit stammen, ist ungewiss.

Veteranenfreizeit Tour 33:
„Das Merowinger Feld“ – Kommunaler Spaziergang

Veteranenfreizeit Nr. 34 – „Stauseerunde“ – Wandern

Von der Windachseealm wanderten die 16 Teilnehmer am linken Ufer entlang bis hinauf nach Obermühlhausen. Dort ging‘s im Ort gleich wieder rechts und in einem Bogen zurück zum Stausee. Auf einem fast allen Teilnehmern nicht bekannten Pfad wanderte die Gruppe zurück zur Staumauer und zur anschließenden Einkehr in der Windachsee-Alm.

Geschichtsinfo: Der Stausee wurde in den Jahren 1961 bis 1964 mit damaligen Baukosten von 6 Millionen DM errichtet. Die Staumauer (240 Meter lang, 14 Meter hoch und in der Krone 5 Meter breit) sollte künftig Überschwemmungen in Finning, Windach, Greifenberg und Eching verhindern, was in den Jahren 1999 und 2000 nicht ganz gelang. Seitdem werden die ca. 3 Millionen Kubikmeter Wasser rechtzeitig abgelassen.

Veteranenfreizeit Tour 34:
„Stauseerunde“ – Wanderung

Veteranenfreizeit Nr. 35 – „Landwirtschaft in St. Ottilien“ – Betriebsbesichtigung

Veranstaltungspate war Maximilian Graf, der viele Teilnehmer (31) zu dieser Veteranenfreizeit begrüßen konnte. Maximilian erläuterte die Hackschnitzel-Heizanlage und die Biogasanlagen, führte in den Melkstall und die Kuhstallungen und die Gärtnerei. Die riesigen Bulldogs und landwirtschaftlichen Maschinen wurden besichtigt und zusammen mit Bruder Alto schließlich die Schnapsbrennerei.

Geschichtsinfo: 1887 kaufte Pater Andreas Amrhein mit seinen 40 Mitbrüdern und 23 Schwestern der Benediktiner das Schloß Emming mit der Wallfahrtskapelle Ottilia. Nach und nach wurden die Gehöfte des kleinen Dorfes Emming vom Kloster erworben. Die Ordensschwestern zogen später weiter nach Tutzing. Das Dorf wurde in St. Ottilien umbenannt und 1914 zur Erzabtei erhoben, also als Ausgangsstätte für weitere Klostergründung (mittlerweile 55 auf der ganzen Welt).

Veteranenfreizeit Tour 35:
„Landwirtschaft in St. Ottilien“ – Betriebsbesichtigung

Veteranenfreizeit Nr. 36 – „Allgäuer Käserunde“ – Radfahren

Gleich an vier Käseverkaufsstationen konnte während dieser Radltour Allgäuer Käse erworben werden (wovon auch reichlich Gebrauch gemacht wurde). Von Hopferrau aus führte die Strecke zunächst hinauf nach Seeg. Durch ein Weihergebiet ging es weiter Richtung Westen nach Rückholz. Die Alpen immer vor Augen führte der weitere Streckenverlauf über Goldhasen und Speiden mit der Wallfahrtskirche Maria Hilf zurück zum Ausgangsort.

Geschichtsinfo: Bei Maurerarbeiten beim Füssener Schwanenwirt entdeckte der Speidener Kleinbauer Christian Steinacher während des dreißigjährigen Krieges eine Muttergottesfigur, die er mit sich nahm. Da seiner Tochter Annele von drei Soldaten, die jedoch an der Pest verstarben, das Leben gerettet wurde, errichtete er aus Dankbarkeit eine Kapelle, aus der im Laufe der Jahrhunderte die Wallfahrtskirche Maria Hilf zu Speiden wurde.

Veteranenfreizeit Tour 36:
„Allgäuer Käserunde“ – Radfahren

Veteranenfreizeit – Touren 24 bis 30

Veteranenfreizeit Nr. 24 – „Radlrunde rund um Marktoberdorf“

Vom Treffpunkt in Ebenhofen führte der Weg zunächst östlich nach Bertoldshofen. Von dort ging es in südlicher Runde über Rieder hinauf zum Kuhstallweiher. Vorbei am Ettwieser Weiher kamen die Radler zu einer kleinen Trankespause in Oberthingau im Westen von Marktoberdorf an. Über Reinhardsried ging es zum Elbsee zur Einkehr und zurück nach Ebenhofen.

Geschichtsinfo: Rund um Immenhofen gibt es Wald, Moos, Viehweiden und Äcker. Die Gegend heißt „im Fürgen“. Hier entstanden viele Sagen und Mythen. Zum Beispiel gibt es das Fürgeweible von Immenhofen, das Vorbeikommenden nachstellt und deren Sinne verwirrt. Oder man begegnet dem Roten Reiter, einem ob seiner Grausamkeit im 30-jährigen Krieg von den Kameraden getöteter Soldat, der nun als Gerippe mit einer Kerze im Brustkorb durch die Gegend reitet.

Veteranenfreizeit Tour 24:
Radlrunde rund um Marktoberdorf

Veteranenfreizeit Nr. 25 – „Radl‘n über die Wies zum Illasbergsee“

Von Steingaden ging es streng hinauf zur Wieskirche. Von dort starteten die Radler ins Märchenreich von König Ludwig. Durchs Trauchgauer Moos führte der Weg hinauf nach Buching und dann mit herrlichem Panoramablick zum Illasbergsee (einem Nebensee des Forggensees). Über die Lechstaustufen bei Lechbruck radelte die Gruppe dann über Steingädele nach Steingaden zurück.

Geschichtsinfo: Der Bau der Wieskirche geht auf eine Erscheinung Im Jahre 1738 zurück. Eine aus mehreren Teilen alter Holzfiguren im Jahre 1730 zusammengebaute Christusfigur, die den gegeißelten Heiland darstellte, wollte die Ortsbevölkerung von Steingaden aufgrund des armseligen Aussehens nicht mehr bei den Karfreitagsprozessionen dabeihaben. Die Figur landete auf einem Speicher und schließlich auf dem Wiesbauernhof des Ehepaars Lory. Dort traten am 14. Juni 1738 Tränen aus den Augen des Gegeißelten und die Wallfahrten begannen. 1745 bis 1754 wurde die Wieskirche dann unter Leitung von Dominikus Zimmermann errichtet.

Veteranenfreizeit Tour 25:
Radl‘n über die Wies zum Illasbergsee

Veteranenfreizeit Nr. 26 – „Räuber-Kneißl-Radlrunde Abschnitt 3 und 4“

Von Germerswang bei Maisach ging es über Aufkirchen, Egenhofen nach Pfaffenhofen an der Glonn. In Odelzhausen wurde A 96 überquert, bevor die Radler in Sulzmoos ein kleines Museum zur Kindheit von Mathias Kneißl aufsuchten. Über Einsbach und Überacker führte der Weg dann zurück nach Maisach, wo in der dortigen Brauerei die Bewirtung und eine Räuber-Kneißl-Halbe wartete.

Geschichtsinfo: Bereits zu Tourbeginn führte die Radl-Strecke nach Geisenhofen, wo Mathias Kneißl am 5. März 1901 (verraten durch seine Cousine und Geliebte) im von 150 Gendarmen umstellten Auermacher-Anwesen schwer angeschossen und verwundet wurde. Der 1775 geborene Mathias Kneißl saß, nachdem sein jüngerer Bruder Alois einen Polizisten schwer verwundet hatte, als Mittäter 5 Jahre im Zuchthaus. Eine Wiedereingliederung in die damalige Gesellschaft gelang nicht, das Heimatrecht wurde ihm verwehrt. So lebte er vom Wildern, Diebstahl und Raub. Nachdem zwei Polizisten nach einem Schusswechsel mit Kneißl starben, erfolgte schließlich seine Festnahme und die Hinrichtung am Morgen des 21. Februar 1902.

Veteranenfreizeit Tour 26:
Räuberkneisl-Radlrunde Abschnitt 3 und 4

Veteranenfreizeit Nr. 27 – „Vier Seen auf einen Streich – eine Radrunde“

Einige starteten schon in Windach. Gemeinsamer Treffpunkt war dann der große Parkplatz am Wörthsee, von wo die Radler über Schlagenhofen zum Ammersee (1. Streich) fuhren. Von dort ging es weiter durchs Herrschinger Moor zum Pilsensee (2. Streich) und zum Weßlinger See (3. Streich).  Über Münzenried und durch den Wörthseer Golfplatz gelangte die Truppe dann zum Wörthsee (4. Streich) zurück.

Geschichtsinfo: Clemens zu Toerring-Seefeld (1725 bis 1812) ließ im Jahr 1770 insgesamt 765 junge Eichen auf der Hauptallee Seefeld-Weßling, aber auch in abzweigenden Nebenstraßen pflanzen. Auf seinen Reisen durch Ostpreußen, Mecklenburg und Brandenburg war er von den dortigen Alleen so fasziniert, dass er diese in Bayern einzigartige Allee stiftete.

Veteranenfreizeit Tour 27:
„Vier Seen auf einen Streich – eine Radrunde“

Veteranenfreizeit Nr. 28 – Radl‘n – „Römische Radlrunde nach Epfach“

Über Dettenschwang, Ludenhausen und Reichling fahrend ging es steil zum Lech hinunter, wo St. Laurentius auf der Lechbrücke grüßt. In Epfach angekommen wurde das dortige Römermuseum „Epfach Abodiacum“ besichtigt. Bei der Einkehr im Gasthof zur Sonne begrüßte uns auch die Denklinger Blasmusik. Es ging weiter nach Dornstetten und durch ein sich anschließendes ehemaliges militärisches Übungsgebiet. Ein kleines Eis verdienten sich die Radler in Landsberg. Routenpate war diesmal Rudolf Köbler.

Geschichtsinfo: Epfach kann auf eine lange Geschichte zurückblicken, denn bereits 14 v. Chr.  errichteten die Römer im Zuge des von Drusus und Tiberius angeführten Alpenfeldzuges auf dem Lorenzberg eine Militärstation. Sie sollte zur Sicherung des Knotenpunktes der Via Claudia Augusta (Rom-Augsburg) und der Via Salina (Bregenz-Salzburg) dienen und bestand bis 390 n.Chr. Neben der meist mit 80 Mann besetzten Militärstation entstand das Dorf Abodiacum (Epfach), wobei der Name „Abod“ wohl auf eine damals dort lebende keltische Sippe hinweist.

Veteranenfreizeit Tour 28:
„Römische Radlrunde nach Epfach“

Veteranenfreizeit Nr. 29 – Radl‘n – „Mit dem Rad durch‘s Günztal“

Von Sontheim im Allgäu führte die Strecke über Frechenrieden nach Ottobeuren, wo auch die Basilika besucht wurde. Auf einem ehemaligen Bahndamm der Deutschen Bundesbahn führte die Radltour weiter nach Westerheim und nach dem nach dem gleichnamigen Flüsschen benannten Günz. Nach einem Stopp im Brauereigasthof Laupheimer führte der Weg über Erkheim zum Ausgangspunkt zurück.

Geschichtsinfo: Nur 217 Jahre nach dem Tod des Heiligen Benedikt wurde in Ottobeuren im Jahre 764 ein Benediktinerkloster gegründet. Es wurde schnell zu einem Zentrum für Wissenschaft und Kunst und erhielt von Karl dem Großen als freies Reichsstift umfangreiche Ländereien. 1000 Jahre später (1766) wurde die imposante Barockanlage (480 x 430 m) mit der Basilika (15 Seitenaltäre, 3 Orgeln) vollendet.

Veteranenfreizeit Tour 29:
„Mit dem Rad durch‘s Günztal“

Veteranenfreizeit Nr. 30 – Radl‘n – „Iller-Radweg Teil I“

Von Immenstadt aus führte die Tour entlang der idyllischen Iller bis zu deren Ursprung, dem Zusammenfluss aus Trettach, Stillach und Breitach. In Oberstdorf wurde dann die riesige Skiflugschanze besichtigt und von ganz oben war schon zu sehen, welcher Mut wohl dazugehört, sich hier hinunterzustürzen. Die Rückfahrt führte zwar auf dem gleichen Radlweg, aber mit einem ganz anderen Blick auf den Grünten und die anderen Berge. Routenpate war Leo Freisleder unterstützt von Rudolf Köbler und Karl Freisleder.

Geschichtsinfo: Heini Klopfer, nach dem die Skiflugschanze benannt ist, gehörte zu dem großen Skisprungtrio von Oberstdorf (Toni Brutscher, Sepp Weiler und Heini Klopfer). Schon 1936 war er bei der Olympiade dabei. Nach dem Kriege wurde ihm eine größere Karriere verwehrt, durften Deutsche doch an der Winterolympiade 1948 in St. Moritz nicht teilnehmen. Klopfer studierte Architektur und hat weltweit an die 250 Skisprungschanzen entworfen.

Veteranenfreizeit Tour 30:
Iller-Radweg Teil 1

Veteranenfreizeit Tour 23

Die Vorstandschaft des Veteranen- und Kameradenvereins Windach-Hechenwang hat im April diesen Jahres beschlossen, für interessierte Mitglieder Wanderungen, Kurzausflüge, leichte Berg- oder Radltouren zu organisieren. Und um unsere Heimat noch etwas näher kennenzulernen, gibt es auch immer einige Kurzinformationen zur jeweiligen Heimatgeschichte der Ausflugsziele.

Folgende Veteranenfreizeit hat im Oktober 2020 stattgefunden:

Nr. 23 – Radltour durch die Pfarreiengemeinschaft Teil II

Zum 1. September 2019 startete die neue Pfarreiengemeinschaft, die die Gemeinden Eching, Finning, Greifenberg und Windach umfasst. Am 20. September 2019 (Veteranenfreizeit Nr. 8) wurden bereits die Kirchen, Kapellen und Grotten im Bereich Oberwindach, Greifenberg, Beuern und Eching abgefahren. Jetzt galt es bei der zweiten Tour die kirchlichen Denkmäler in Unterwindach, Schöffelding, Unterfinning, Oberfinning und Entraching zu besichtigen.

Pfarrkirche Maria am Wege in Windach

An der Hauptkirche der neuen Pfarreiengemeinschaft „Maria am Wege“ wurde gestartet. Zwischen 1968 und 1971 wurde die Kirche unter der Planung von Prof. Josef Wiedemann errichtet. Die Grundsteinlegung fand am 23. November 1969 und die Einweihung durch Bischof Dr. Josef Stimpfle am 27. Juni 1971 statt. Die Kirche schaut nunmehr auch fast auf ein 50-jähriges Bestehen zurück, was im nächsten Jahr in Anwesenheit des jetzigen Bischofs Bertram Meier gefeiert werden soll.

Kirche Maria am Wege in Windach

Schlosskapelle Heilig Kreuz in Unterwindach

Heute nicht mehr vorhanden, aber auf einem Stich aus dem Jahre 1701 deutlich erkennbar, ist die Heilig-Kreuz-Kapelle des Schlosses von Windach. Es befand sich damals direkt oberhalb des Eingangstores zum Schloß und diente für die kleinen Gebete am Morgen oder am Abend. Die Messen fanden natürlich in der Dorfkirche statt, zu der es vor einigen hundert Jahren noch einen überdachten Übergang vom Schloß aus gab.

Schlosskapelle Heilig Kreuz in Unterwindach

Kirche St. Peter und Paul in Unterwindach

Besichtigt werden durfte wieder einmal Windachs ehemalige Pfarrkirche St. Peter und Paul. In ihren Anfangstagen lautete die Kirche noch auf ihren Namenspatron Hl. Sylvester. Unterwindachs Bürger wollten aber das Patrozinium nicht im Winter an Silvester feiern, sondern im Sommer, weshalb es zur Umbenennung in Peter und Paul kam. Auf einem Bild an der Wand der ersten Empore sind noch alle drei Namensgeber (Sylvester, Peter und Paul) mit der Muttergottes dargestellt.

Kirche St. Peter und Paul in Unterwindach

Kapelle Maria am Wege (Uhlkapelle) in Unterwindach

Diese Kapelle war eigentlich die Namensgeberin für die heutige Pfarrkirche. Ganz früher war es eine Holzkapelle, in der auch die Totenbretter der Gemeinde aufbewahrt wurden. Anfang der 1960er Jahre errichten die Schwiegersöhne der Uhl-Familie, Mayr und Kreitner, eine Steinkapelle, die mittlerweile auch schon mehrere schwere Stürme überlebt hat.

Kapelle Maria am Wege (Uhlkapelle) in Unterwindach

Mariengrotte Schöffelding

Unter einer stattlichen Buche fand 1989 die Mariengrotte einen neuen Platz. Zuvor war sie im Pfarrhof untergebracht. Aber nach dessen Renovierung errichtete der Orts- und Verschönerungsverein Schöffelding eine kleine Kapelle, in der die Mariengrotte eine neue Heimat fand.

Mariengrotte in Schöffelding

Pfarrkirche St. Urban Schöffelding

Die Pfarrei Schöffelding ist eine uralte Pfarrei. Bereits 1285 wird sie erwähnt (im Vergleich zu Windach, welches erst seit 1886 eine eigene Pfarrei ist). Die Kirche St. Urban ist nach einem Bischof von Rom (der zugleich Papst war), dem Hl. Urban benannt. Er war von 222 bis 230 Oberhaupt der Kirche. Pfarrer Peter Endres war der letzte Pfarrherr in Schöffelding. Von 1915 bis zu seinem Tod am 4. Juli 1956 war er ein hoch angesehener Geistlicher in Schöffelding. Nach seinem Tode wurde die Pfarrei von Windach aus mitbetreut.

Pfarrkirche St. Urban in Schöffelding

Pfarrkirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in Unterfinning

Erstmals erwähnt wird die Kirche bereits im 12. Jahrhundert. Die Pfarrei gehörte bis zur Säkularisation zum Kloster Benediktbeuern. Im Mittelpunkt steht die Mutter Gottes am Fuße des Kreuzes ihres Sohnes. An der Decke sind die Lebensstationen von Maria wiedergegeben: die Geburt Mariens, Maria Tempelgang, Mariä Verkündigung, Heimsuchung Marias und Mariä Himmelfahrt.

Kirche zur Schmerzhaften Mutter Gottes in Unterfinning

Mariengrotte Unterfinning

In Privatbesitz befindet sich die idyllisch nahe des Flüsschens Windach gelegene Mariengrotte von Finning. Sie erinnert an die Lourdesgrotte in Frankreich und ist Ziel vieler Spaziergänger. Auch die benachbarten Galloway-Rinder staunten ob der großen Radlertruppe.

Mariengrotte in Unterfinning

Willibaldskapelle in Unterfinning

Es gibt unterschiedliche Angaben über das Baujahr: einmal 1657, dann 1676. Wie auch immer. So alt wie die Kapelle sind auch die sie umgebenden Linden. Am 7. Juli findet jährlich der sogenannte Willibaldsritt um die Kapelle statt, wo Pferdeliebhaber aus der ganzen Umgebung zusammenkommen und ihre Tiere segnen lassen. Willibald soll ja auch gerade vor Tierseuchen schützen. Auch die Geschwister des Heiligen Willibald waren Heilige: die Hl. Walburga und der Hl. Wunibald. Alle drei stammten aus England.

Willibaldskapelle in Unterfinning

Kirche Heilig Kreuz in Oberfinning

Die Kirche beherbergt viele Kunstschätze von Lorenz Luidl (geb. 1645 in Mering, gest. 1719 in Landsberg) und dessen Sohn Johann Luidl (geb. 1686 in Landsberg, gest. 1765 in Landsberg). Das bedeutendste Kunstwerk ist wohl das ca. 5 Meter hohe Kruzifix mit der Mater Dolorosa zu Füßen (geschaffen von Johann Luidl). Das Altarbild zeigt Jesus am Kreuz mit seiner Mutter Maria, Maria Magdalena und seinem Lieblingsjünger Johannes.

Kirche Heilig Kreuz in Oberfinning

St. Sebastians-Kapelle Oberfinning

Der Hl. Sebastian war eigentlich ein römischer Soldat, Chef der Prätorianer in der Zeit von Kaiser Diokletian. Weil er jedoch Christen unterstützte, ließ ihn der Kaiser durch seine numidischen Bogenschützen ermorden, so glaubte man zumindest. Sebastian hat überlebt und wurde von der Hl. Irene gesund gepflegt. So ging er nochmals zu Diokletian, um für die Christen einzutreten. Dieser ließ ihn nun im Circus erschlagen, warf die Leiche in die Cloaca Maxima. Anhänger holten ihn jedoch zu sich und bestatteten ihn in den Katakomben – Die Legende zur Sebastians-Kapelle.

St. Sebastians-Kapelle in Oberfinning

Hartkapelle Oberfinning

Versteckt im Wald in der Nähe des Windachspeichers findet sich diese kleine, einfach gestaltete Kapelle. Sie wurde wohl 1753 errichtet. Im Juli 1882 gab es jedoch eine unschöne Begebenheit: Der damalige Bürgermeister von Pflugdorf, Andreas Koppold, besuchte die Hartkapelle zum Gebet. Durch welches Ereignis auch immer: Andreas Koppold verstarb an Ort und Stelle in der kleinen Kapelle.

Hartkapelle in Oberfinning

St. Johann auf der Bergerin bei Entraching (heute Dettenschwanger Flur)

Etwa drei Kilometer von Entraching Richtung Dießen entfernt befand sich vor einigen hundert Jahren die Kapelle St. Johann. Heute lässt sich ihr genauer Standort im dichten Wald nur vermuten. Früher stand die Kapelle auf dem Höhepunkt einer freien Wiese (der Bergerin). Die Bewohner vieler umliegenden Gemeinden kamen dorthin, um vor allem am 24. Juni, dem Patrozinium, den dort jährlich stattfindenden Kram-, Gabel-, Rechen- und Sensenmarkt zu besuchen. Junge Männer schossen jedoch am 24. Juni 1767 weit über das Ziel hinaus. Es kam zu einer riesigen Schlägerei von Burschen des Landgerichts Landsberg, von Utting, vom Markt Dießen und auch von der Hofmark Windach. Von der Kapelle ist heute nichts mehr zu sehen.

St. Johann auf der Bergerin bei Entraching (heute Dettenschwanger Flur)

Pfarrkirche St. Jakob maj. in Entraching

Die Abkürzung m. oder maj. zeigt, dass hier der ältere Apostel namens Jakob gemeint ist. Er ist Namensgeber der Kirche, deren älteste Spuren bis 1393 zurückgehen. 1730 wurde der gotische Turm abgerissen und neu gebaut. Jakob der Ältere ist im Übrigen der Legende nach auch derjenige, der in Santiago de Compostella beerdigt wurde und zu dem sich heute tausende von Pilgern auf den Jakobswegen begeben.

Kirche St. Jakob maj. in Entraching

Brenner-Kapelle Entraching

Noch nicht fertiggestellt (sie befindet sich im Rohbau) ist eine Privatkapelle an der Straße Utting-Hofstetten in Entraching. Sie wird in Erinnerung an den vor einigen Jahren verstorbenen Firmenchef Wolfgang Brenner errichtet.

Stele am Eichenhof Unterfinning

Vom Windacher Künstler Franz Hämmerle, der selbst bei der Radltour dabei war, stammt eine große Stele, die sich südlich am Eichenhof befindet. Sie zeigt den 1947 heiliggesprochenen Schweizer Nikolaus von der Flüe (1417 bis 1487), seine Frau Dorothee und zwei seiner insgesamt zehn Kinder. Er ist einer der großen Asketen und Einsiedler. In den letzten 19 Lebensjahren soll er außer der Heiligen Kommunion und Wasser nichts zu sich genommen haben. Worte des Hl. Nikolaus von der Flüe sind im Sockel eingraviert.

Stele am Eichenhof in Unterfinning

Götzfried-Kreuz Dürrhansl

Früher stand dieses Kreuz (davon gibt es noch Fotographien) am Zusammenlauf zweier Wege, die von Windach nach Eresing führten. Es befand sich auf der Götzfried-Flur. Als der Grund verkauft wurde und das Kreuz (jenseits der Autobahn Richtung Eresing) nicht mehr gewünscht war, wurde es unter Mithilfe des Obst- und Gartenbauvereins nach Dürrhansl umgesetzt.

Götzfried-Kreuz in Dürrhansl

Franziskus-Kapelle Steinebach

Im Jahre 2019 fand hier ja aus Anlass des 400-jährigen Bestehens der Kapelle ein großes Fest mit über 300 Besuchern statt. 1619 wurde die Kapelle von Melchior Michl vom Hansbauern, Georg Michel vom Hansschneider-Bauern, Joachim Michl vom Bedlbauern und Hans Scheffler vom Hansualahof errichtet. Wohl geschah dies auch zu Ehren von Johannes Michel, der 1590 in Steinebach geboren wurde und später von 1618 bis 1673, also 55 Jahre lang Pfarrer von Unterhausen bei Weilheim war.

Franziskus-Kapelle in Steinebach

Pfarrwiddum beim Göllehof in Oberwindach

Zum Abschluss der Tour gab es noch eine Information zu einer ebenfalls nicht mehr bestehenden Kapelle. Es gibt noch einen Plan vom Hirschauer-Anwesen in Oberwindach, auf dem eine Kapelle eingezeichnet ist. Später wurde daraus ein Backhaus. In alten Unterlagen des Klosters Dießen werden tatsächlich Begriffe wie widem, widemhof oder widenpaur verwendet. Der Hof (späterer Göllehof, heutiges Hirschauer-Anwesen) kann also durchaus ein Pfarrwiddum gewesen sein, also ein dem örtlichen Geistlichen überlassener Hof zu dessen eigenen Lebensunterhalt. Und vielleicht gab es dort tatsächlich eine Kapelle.

Damit haben die Teilnehmer von Tour 1 im letzten Jahr und Tour 2 heuer nun wohl alle wesentlichen Gotteshäuser, Kapellen und kirchlichen Kleinode kennengelernt.